• Max

    Gerade noch dem Dienst an der Waffe entronnen, beschloss Maximilian nach dem Abitur erst einmal etwas von der Welt zu sehen. Seine Reise führte ihn nach Mittelamerika, gefolgt von Ozeanien, um schließlich von Asien nicht mehr allzu viel zu sehen. Wieder in Deutschland angekommen versuchte er sich zunächst als Student der BWL. Nach diesem kurzen Intermezzo verschlug es ihn nun nach Hamburg um als Gründer von talentarena.de sein Glück zu probieren.

    http://www.talentarena.de

  • Nicolas

    "I have no digital" trällerte Sheryl Crow 2002 aus dem Radio und es kam Nicolas damals schon komisch vor. Und so ließ er den Zivildienst hinter sich, zog nach Hamburg und startete einen beispiellosen Feldzug gegen die Analogität in seinem Leben. Nach einer Ausbildung und einem Studium hat er heute, 27-jährig, seinen Platz in der Was-mit-Medien-Branche gefunden und fröhnt seither lustvoll der Digital Nativeness.

    http://www.yeahyoureright.com/blog

  • Phil

    Hier steht ein Text über mich: Wie alt und woher? Woher habe ich meine redaktionellen Fähigkeiten? Was mache ich beruflich und in der restlichen Zeit? Welche besonderen (künstlerischen) Fähigkeiten besitze ich? Was gefällt mir besonders? Welche Schuhe trage ich? Sortiere ich meine Socken richtig? Worüber schreibe ich besonders gerne? usw.

    http://colorbunch.com

We are ELATE*
von Max
2.02.2010, 16:19 Uhr
Film & Motion, Gossip
Wo fängt eigene Kreativ-Leistung an und wo hört sie auf?

Wo fängt eigene Kreativ-Leistung an und wo hört sie auf?

Ich bin ein Fan von Werbung. Von guter Werbung - wobei mich selbst schlechte Werbung gut genug unterhält, weil ich mir oft genug die Frage stelle: “Das meinen die jetzt doch nicht ernst?! Wer fabriziert so einen Schwachsinn?”.

Und ich unterstütze gute Werbung, wobei dies aus finanziellen Gründen meist mehr eine Abstrafung der schlechten Werbung ist. Wie ich das mache? Gute (vielleicht besser: mich ansprechende) Werbung: Ich kaufe das Produkt (und unterstütze so indirekt die dahinter stehende Agentur). Wobei dies, wie erwähnt, leider nicht immer geht - sonst stünde der Sportwagen schon vor meiner Tür. Schlechte Werbung: Ich kaufe das Produkt nicht.

Das mag nur der Tropfen auf den heißen Stein sein, mein persönliches Wohlbefinden fördert es.

Wie gehe ich aber mit guter Werbung um, die eine (für mich) offensichtliche Kopie einer anderen Idee ist? Eine Diskussion hierüber hatte ich vor einiger Zeit mit Nicolas, der auf seinem Blog eine Werbe-Idee einer sehr großen deutschen Werbeagentur anprangerte, welche eine Eins-zu-Eins Kopie eines vorher im Web schon bestehenden Formates war. Leider ist das Posting nicht mehr online und zudem war die Sachlage damals nicht ganz so einfach, aber die Fragestellung war trotzdem berechtigt: Wann handelt es sich um eine eigene Kreativ-Leistung, wann um eine billige Kopie?

Um ein wenig aktuellen Bezug rein zu bringen,  hier ein aktueller Telekom-Spot, welchen ich für gelungen halte:

Mit Hilfe der so genannten Tilt-Shift-Photographie wurden hier echte Szenen so weit verfremdet, dass sie wie Stop-Motion-Filme von Modellfiguren wirken. Zusammen mit dem Slogan “Große Veränderungen fangen klein an” eine wunderbare Idee - oder nicht?

Die ganze Sache bekommt für mich nämlich ein gewisses G’schmäckle, wenn man sich die Reihe von Kurzfilmen aus 2008 vom Photographen Keith Loutit aus Sydney anguckt - insbesondere “Bathtub IV”, bei welchem der gesamte Style und auch die Musik sehr ähnlich zum Telekom-Spot ist, nur dass dieser über ein Jahr später erst erschien:

Soll  man nun der verantwortlichen Agentur Philipp und Keuntje Vorwürfe machen? Vorwürfe, eine bestehenden “Spot” dreist kopiert zu haben. Wo ist die kreative Eigenleistung, wenn man Idee, Style und Musik vom anderen Ende der Welt hat?

Oder sollte man gratulieren? Gratulieren dazu, eine Idee, die nicht viele Menschen kennen, einmal um den Globus zu uns gebracht und in Verbindung mit dem Slogan “Große Veränderungen fangen klein an” die Nachhaltigkeitsoffensive der Deutschen Telekom sympathisch eingeleitet zu haben!

Ich tendiere, wie schon damals auf Nicolas’ Blog, zur Gratulation. Ich denke, dass Agenturen das dürfen. Aus einem Kunstprojekt aus Australien einen Werbespot inklusive Kampagne mit Slogan in Deutschland zu machen ist, meiner Meinung nach, genug kreative Eigenleistung. Solange die Agentur nicht die Grund-Idee als solche als eigenes Machwerk deklariert, finde ich es vertretbar - inwieweit das bei diesem Beispiel der Fall ist, kann ich leider nicht beurteilen. Da ich aber irgendwie bezweifle, dass die Agentur so offen und ehrlich mit ihrer Inspirationsquelle umgeht, habe ich beim Schreiben dieser Zeilen schon wieder Bedenken, ob Agenturen so etwas dürfen. Ihr seht, ein schwieriges Thema - ich selbst bin hin und her gerissen.

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Shahin am 3.02.2010 um 09:53 Uhr

Mal kurz und schnell:

Ich finde es erst schlimm wenn Werbung bei Werbung abkupfert. Sich Inspiration zu holen ist doch ganz normales Tagesgeschäft. Wir können doch jetzt nicht anfangen zu schauen wer zu welchem Zeitpunkt den Tilt und Schift Filter zuerst rausgeholt hat. Wovon sprechen wir als Nächstes; über den Einsatz von Slomotion?

Die Kreative Leistung liegt doch hier beim Claim. Ist doch nicht selten der Fall, dass Art ODER Text die Kampagne trägt. Und wenn beides stimmt, schlüssig ist und überrascht spricht man ja gleich von Kunst.

Die Musikauswahl allerdings sollte P&K peinlich sein. Aber vermutlich haben sie die Filme des Australiers samt Musik präsentiert und wurden darauf festgenagelt.

Michael am 4.02.2010 um 10:24 Uhr

“Ich tendiere, wie schon damals auf Nicolas’ Blog, zur Gratulation.”

In diesem Punkt kann ich Dir nur beipflichten und möchte noch kurz etwas ergänzen:

Erstes Gedankenspiel: Es leben heute ca. 6,9 Milliarden auf dieser Kugel. Wie wahrscheinlich ist es, dass zwei, drei, vier oder sogar 50+ Menschen auf eine ähnliche (ehm gleiche) Idee kommen und veröffentlichen? Kann es sein, dass auch wenn wir x-Filter wie Alter, Bildung, Internetzugang etc. über die Grundgesamtheit von 6,9 Milliarden laufen lassen (um die Masse zu verkleinern), noch mehr als genug in Betracht kommen würden.
Zweites Gedankenspiel: Vielleicht ist der A beim B zu Gast und sieht sich die neue Schöpfung von A an, die A nur so mal eben gebastelt hat. B setzt sich später alleine hin, baut es nach und veröffentlicht es. Wer ist der Kreative? Wem gebührt der Dank? Dem Erfinder oder dem der es der Masse zugänglich macht? Feiern wir vielleicht oft den Publizierenden als den Kreativen? Weil wir es nicht besser wissen?
Drittes Gedankenspiel: Kann es sein, dass Kreativität i.w.S. ein fließender Prozess ist? Suchten Größen der Kunst bei Gleichgesinnten vielleicht Inspiration? Wo wären wir heute wenn jeder Mediziner beispielsweise in der Krebsforschung immer wieder bei Null anfangen müsste, damit die Entdeckung auch zu 100% seine eigene Arbeit ist? Bedarf jedes Schaffen (auf einem höheren Level) vielleicht einer Basis? Nennt sich derartiges Entwicklung?
Generell glaube ich wir (be)werten zu schnell und sollten uns etwas in Demut üben.

Grüße

PS: Wenn ich Werbung nicht mag schalt ich um, wenn ich sie mag lass ich sie laufen (ergibt sich aus der Natur der Dinge). Die Sache dann kaufen….da geht leider die Qualität der Werbung und die des Produkts häufig unterschiedliche Wege :-)

[...] meinem letzten Beitrag fragte ich, wo eigene Kreativ-Leistung anfinge und wo sie aufhöre. Shahin und Michael unterstützten mich in den Kommentaren in meiner ersten Reaktion, den Machern [...]

Mate Steinforth am 20.03.2010 um 18:49 Uhr

Neu ist die Idee nun wirklich nicht: “I would have mentioned swing and tilt lenses, bit I just discovered they went out three years ago.” - http://splicd.com/Go_VtqtxCHY/380/405 - aus ‘Truth in Advertising’ von 2001.